Forschungsplattform „Kulturen – Religionen – Identitäten: Spannungsfelder und Wechselwirkungen“

Religionen sind in allen säkularen Gesellschaften lebendig geblieben- trotz aller Prognosen moderner Religionskritiken, Religion werde im Modernisierungsprozess entbehrlich sein. Als traditionelle Lebensform, als synkretistisches oder esoterisches Phänomen, als Alternative zu säkularen Plausibilitäten sowie als politisch aufgeladenes Machtinstrument bis hin zu fundamentalistischen Gegenkulturen bilden Religionen gegenwärtig eine unausweichliche Realität. Als Inspiration der Weisheit und Überlieferung des guten Lebens, als Quelle ethischer Orientierung sowie als Potential für soziales und solidarisches Handeln stellen Religionen bedeutende Ressourcen der Identitätsbildung in der Gesellschaft dar.

Die aktuelle wissenschaftlich-theologische Auseinandersetzung ist deshalb für soziale, kulturelle, politische und religiöse Virulenzen in der Gesellschaft sensibilisiert, weil diese Spannungsfelder in früheren Epochen übersehen, verdeckt oder auch unterdrückt wurden. Säkularisierungs- und Autonomiebestrebungen wurden durch eine Identifizierung von Kultur und Religion wie auch durch eine politische Instrumentalisierung von Religion zurückgedrängt. Urbanisierung und Ausdifferenzierung der Gesellschaft wurden vielfach als Gefahr statt als Chance gesehen. Die Universitäten wurden als kritisches Potential für Kirche und Gesellschaft zu wenig wahrgenommen und der Anspruch von Menschenrechten nur zögerlich anerkannt. Die öffentliche Auseinandersetzung, die seit der Aufklärung entlang dieser Konfliktlinien geführt wurde, entlud sich in einer Ablehnung religiöser Traditionen und führte in Kultur, Politik und Wissenschaft zu einer Emanzipation von religiösen Autoritäten. In diesem Prozess der Rationalisierung des modernen Lebensbegann eine wirkmächtige Überzeugung zu dominieren, die als „Säkularisierungstheorie“ zu den (wissenschafts-)politisch maßgeblichen Diskursen bis in die jüngste Gegenwart hinein zählt. Dem gegenüber zeigt sich im ausgehenden 20. Jahrhundert, dass Religionen nicht verschwunden sind, sondern öffentlich präsent bleiben.

Diese Entwicklung ist keine Rückkehr in eine vormoderne, kirchlich bestimmte Lebensordnung, sondern eine tief greifende Transformation des kulturellen und sozialen Gefüges. Diese Zeichen der Zeit fordern die theologische Forschung in besonderer Weise heraus. Ein qualifizierter, (selbst-)kritischer und pluralitätsfähiger Ansatz theologischer Reflexion vermag am ehesten eine Auseinandersetzung mit den genannten Spannungsfeldern, Umbrüchen und Differenzen zu führen. Ein solcher Diskurs soll in der Forschungsplattform „Kulturen – Religionen – Identitäten: Spannungsfelder und Wechselwirkungen“ in den kommenden Jahren umgesetzt und weiterentwickelt werden. Er setzt sich bewusst von funktionalistischer Gesellschaftsinterpretation sowie von einer fundamentalisti-schen Reduktion der Wirklichkeit ab.

Vorbild und Leitgestalt für dieses wissenschaftliche Projekt ist Kardinal Franz König (1905-2004), der von 1948 bis 1952 an der Salzburger Theologischen Fakultät lehrte, als Religionswissenschaftler international eine bedeutende Rolle spielte und später als Erzbischof von Wien, als prominenter Teilnehmer am Zweiten Vatikanischen Konzil und als gesuchter Berater in weltkirchlichen Gremien zu einer Symbolfigur des Dialogs wurde: zwischen Glaube und Wissenschaft, Kirche und Gesellschaft, zwischen gegensätzlichen politischen Lagern sowie zwischen den großen religiösen Traditionen der Menschheit. Das Leben und Wirken von Kardinal Franz König steht für eine offene, intellektuell versierte und ernsthafte dialogische Auseinandersetzung mit den Spannungsfeldern, die gegenwärtig die entscheidenden Herausforderungen für Theologie und Kirche bilden.

Mit der von Kardinal König im Jahr 1964 initiierten Stiftung Pro Oriente (in Salzburg seit 1985), dem Kardinal-König-Institut (gegründet 2004 als „Forum für Glaubende und Nichtglaubende“) sowie dem Kardinal-König-Kunstpreis der Erzdiözese (seit 2005) sind hier in Salzburg Institutionen präsent, die sowohl inhaltlich als auch durch die Mitarbeit von Fakultätsmitgliedern mit der Forschungsplattform oszillieren. Darüber hinaus bildet die neue Forschungsplattform einen wirksamen Katalysator für die Verbreiterung der bisherigen Schwerpunktbildung, die durch das Zentrum „Theologie Interkulturell und Studium der Religionen“ im Jahr 2006 (in Fortführung des 2001 gegründeten Instituts) realisiert wurde.

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    Im aktuellen Ökonomen Ranking des deutschen Handelsblatts errang Universitätsprofessor Florian Huber (31) vom Salzburg Centre of European Union Studies (SCEUS) in der Reihung nach aktueller Forschungsleistung Platz 100 und im Ranking der Jungökonomen, bei der die gesamte Forschungsleistung der unter 40-Jährigen bewertet wird, den exzellenten 62. Platz.
    Die Orientierungsveranstaltungen für Erasmus- und Austauschstudierende, die im Wintersemester 2019/2020 an die Universität Salzburg kommen, finden im Zeitraum von Montag, 16. bis Freitag, 27. September 2019 statt.
    Am Dienstag, dem 1. Oktober 2019 findet um 17.15 Uhr im HS 3.348 (Unipark, 3. Stock, Fachbereich Romanistik) eine Info-Veranstaltung statt, die sich in erster Linie an alle Neuinskribierten des Masterstudiums richtet. Darüber hinaus sind aber auch alle anderen Studierenden des Fachs sowie sonstige Interessierte herzlich eingeladen.
    Für seine Verdienste um die Stadt Salzburg hat Bürgermeister Harry Preuner am Dienstag, 17. September 2019, dem scheidenden Rektor der Universität Salzburg, Prof. Heinrich Schmidinger, das Stadtsiegel in Gold verliehen.
    Dr.in Therese Wohlschlager wird am 25. September 2019 im Rahmen der 18. Österreichischen Chemietage 2019 in Linz mit dem Feigl Preis der Österreichischen Gesellschaft für Analytische Chemie ausgezeichnet.
    Das diesjährige Austrian Proteomics and Metabolomics Research Symposium (APMRS) findet von 18. bis 20. September an der Universität Salzburg statt. Im Rahmen dieser Tagung werden die neuesten Entwicklungen auf den Gebieten der Proteom- und Metabolomforschung in Medizin, Pharmazie und Ökologie vorgestellt. Die Bandbreite der Konferenzbeiträge reicht von Grundlagenforschung bis zu industriellen Anwendungen in den verschiedensten Bereichen.
    Vom Arbeitsmarkt bis zur Zuwanderung. Wie haben sich in Österreich Einstellungen und Lebensformen in den letzten Jahrzehnten verändert? Das wird vom 26.- 28. September 2019 an der Universität Salzburg beim Kongress „Alles im Wandel? Dynamiken und Kontinuitäten moderner Gesellschaften“ eines der Schwerpunktthemen sein. Veranstaltet wird der Kongress von der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie.
    Einladung zur Buchvorstellung am Donnerstag, 19.9.2019 um 18:00 Uhr im Unipark (HS E.003) 5020 Salzburg, Alexander Pinwinkler / Johannes Koll (Hg.), Zuviel der Ehre? Interdisziplinäre Perspektiven auf akademische Ehrungen in Deutschland und Österreich
    Prof. Jonathan A. Harris hält am 20. September 2019 um 11:00 Uhr im Seminarraum 103 in der Billrothstrasse 11 einen Gastvortrag zum Thema "New Kunitz inhibitors from bioprospecting and rational design". Der Fachbereich Biowissenschaften lädt herzlich dazu ein!
    Wie schon für die jüngste Europawahl hat ein Team der Abteilung Politikwissenschaft der Universität Salzburg gemeinsam mit der Digital-Agentur MOVACT auch für die Nationalratswahl am 29. September ein digitales Wahlhilfe-Tool entworfen – den WahlSwiper.
    INTERNATIONALE TAGUNG // Mi 18. September: 14.00-19.45h, Stefan Zweig Zentrum, Edmundsburg (Europasaal) // Do 19. September: 9.30-19.30h, Fr 20. September: 9.30-13.30h Schwerpunkt Wissenschaft & Kunst, Bergstr. 12a, Atelier, 1. OG // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik-polemikkunst
    Um Studienanfänger*innen den Einstieg ins Studium zu erleichtern, bietet die Universität Salzburg in der letzten Septemberwoche den Orientierungstag an. An diesem Tag erhalten Studienanfänger*innen Informationen über zentrale Einrichtungen unserer Universität rund um Studium, Einführung in die IT-Infrastruktur und vieles mehr.
    Holz-/Linolschnitte und Ölmalerei • Franz Glanzner
    Wichtige Termine und Informationen zur Anmeldung für die Kurse am Sprachenzentrum im Wintersemester 2019/20
    Die Universität Salzburg vergab in Kooperation mit der Kaiserschild-Stiftung erneut die Dr. Hans-Riegel-Fachpreise im Bundesland Salzburg, heuer im Gesamtwert von 5400 Euro. Jury­koor­dina­tor Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Maurizio Musso von der Universität Salzburg betont: „Mit mittler­weile 5 Fachbereichen ist der Preis in diesem Jahr um eine Kategorie reicher, wobei für die Fach­jury der Universität Salzburg die engagierte Arbeit der jungen Talente immer eine neue Bereicher­ung ist.
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