Das Regenmoor

Regenmoor oder hochmoor?

Im Gegensatz zum Flachmoor hat das Regenmoor, oft auch Hochmoor genannt,  keinerlei Zugang zum Grundwasser. Es ist  komplett vom Oberflächenwasser, meist Regen, und dem Nährstoffeintrag über die Luft abhängig. Wegen dieser extremen Knappheit an Nährstoffen und Mineralsalzen, können nur wenige, spezialisierte Pflanzen im Hochmoor gedeihen.

vegetation und überlebensstrategien

Um sich auf die schwierige Nährstoffsituation einzustellen, haben Pflanzen des Regenmoores besondere Strategien entwickelt.

Abgabe von H+-Ionen

Diese Strategie wird von den für Moore charakteristischen Torfmoosen (Sphagnum) verfolgt. Sie geben H+-Ionen in das Wasser ab, um dann im Gegenzug andere lebenswichtige Ionen (z.B Natrium, Magnesium, Kalzium) aufnehmen zu können. Dadurch schaffen sie sich selbst ein extrem saures Milieu mit einem pH Wert um 4, in dem nur sehr wenige Konkurrenten bestehen können.  

Symbiose  

Vor allem die Vertreter der Heidekrautgewächse ( Ericaceae ) besitzen häufig einen Pilz als Symbiosepartner. Dieser Pilz liefert der Pflanze wichtige Nährstoffe wie Stickstoff oder Phosphorverbindungen. Im Gegenzug erhält er einen Teil der durch die Photosynthese gewonnenen Kohlenhydrate. Diese Art der Symbiose wird „Mykorrhiza“ genannt.

Fleischfresser

Andere Moorbewohner haben sich auf eine ganz andere Art und Weise auf die extremen Verhältnisse eingestellt. Sie gewinnen die fehlenden Nährstoffe, indem sie kleine Tiere, meist Insekten, fangen und verdauen. Die Blätter des bei uns häufigen rundblättrigen Sonnentaus (Drosera rotundifolia) beispielsweise sondern ein zuckerhaltiges, klebriges und glitzerndes Sekret ab, um Beutetiere anzulocken. Bleiben die Tiere an diesen Sekreten kleben, schüttet er Enzyme aus, um die Beute zu verdauen. Ein weniger bekannter „Fleischfresser“ des Moores ist der Wasserschlauch (Utricularia). An seinen Blättern sitzen kleine, luftgefüllte Bläschen, in denen ein Unterdruck herrscht. Löst ein Beutetier (z.B Einzeller), angelockt von zuckerhaltigen Sekreten oder kleinen Anhängen einen Hebel in Form von kleinen Borsten aus, öffnet sich eine Klappe und das Beutetier wird durch den Unterdruck in die Fangblase gesogen. Der Vorgang des Öffnens und Schließens dauert weniger als 2 Millisekunden und ist damit eine der schnellsten Bewegungen im Pflanzenreich.

Gefährdung

Die zum Teil meterdicke Torfschicht eines Hochmoores wurde bzw. wird  großflächig abgebaut, um als Brennmaterial oder, aufgrund der hohen Wasserspeicherkapazität, als Blumenerde Verwendung zu finden. Dadurch und durch den vermehrten Nährstoffeintrag der Industrie und Landwirtschaft, sind die letzten verbliebenen Hochmoore immer stärker gefährdet.

Haben sie gewusst, dass ...

- nur 3% der Landfläche von Mooren bedeckt ist, diese aber fast ein Drittel des gesamten gebundenen Kohlenstoffs speichern?

- in der EU jährlich rund 60 Millionen m³ Torf abgebaut werden? Damit könnte man die Münchner Allianz-Arena mehr als 20 mal komplett füllen!

- 5-10% der vom Menschen verursachten CO2 Emissionen durch den Torfabbau verursacht werden?

- nicht selten menschliche Überreste gefunden werden, die aufgrund des sauerstoffarmen und saueren Wassers über mehrere tausend Jahre konserviert werden können.

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