Lehramt Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung

 

Team im Bereich Geschichts- und Politikdidaktik

Univ. Prof. Dr. habil. Christoph Kühberger,

MMag. Dr. Heinrich Ammerer, Universitätsassistent (Post-Doc)

Mag.a Kristina Karl, Universitätsassistentin

Mag. Dr. Roland Bernhard, Forschungsassistent (Post-Doc) (Projekt CAOHT)

Mag. Christoph Bramann, Forschungsassistent (Projekt CAOHT)

  • Sekretariat

Mag.a Beate Rödhammer

  • Studienassistent_innen und Tutor_innen

Marco Freitag, B.Ed., Studienassistent
Laura Hausleithner, Studienassistentin
n.n., Tutorin

  • Externe Lektor_innen

Mag. Dr. Jochen Gollhammer
Prof. Mag. Dr. Philipp Mittnik
Mag.a. Dr.in Irmgard Plattner
Mag.a. Claudia Pöttinger
Mag. Dr. Mario Wintersteiger

Profil

Geschichte und Politische Bildung sind in Österreich zumeist in einem Unterrichtsfach oder in Flächenfächern mit Geographie vereint. Die Fachdidaktik im Studium „Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung“ hat daher zwei wissenschaftliche Disziplinen abzudecken, in denen ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat: die verstärkte Einbeziehung von Kompetenzen, ohne jedoch – darauf muss explizit hingewiesen werden – auf Wissen zu verzichten. In diesem Sinne bedeutet der Unterricht in Geschichte nicht das Auswendiglernen von Jahreszahlen und Ereignissen. Vielmehr soll die Fähigkeit vermittelt werden, mit Vergangenheit und Geschichte reflektiert und selbstreflexiv umzugehen. Nicht „normatives Geschichtsbewusstsein“ soll durch den Geschichtsunterricht geschaffen werden, keinesfalls dürfen also vorgegebene Lehrmeinungen den Lernenden als einzige Wahrheit gleichsam „eingetrichtert“ werden.

Längst steht die Schaffung eines „analytischen Geschichtsbewusstseins“  im Zentrum des Geschichtsunterrichts: Der Lernende soll zwischen Vergangenheit und Geschichte, die mit Hilfe von Quellen und Darstellungen immer wieder neu konstruiert wird, unterscheiden können. Ihm soll die Selektivität von Geschichtsnarrativen bewusst sein. Er muss befähigt werden, die oftmalige Instrumentalisierung von Geschichtsnarrativen zu analysieren und selbst Geschichte zu konstruieren, gleichzeitig aber die eigenen Geschichtsbilder zu dekonstruieren. Schließlich soll der Lernende die Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft der Gesellschaft sowie für die eigene Lebensbewältigung erkennen.Die Didaktik der Geschichte versucht die dazu notwendigen Theorien und Methoden zur Verfügung zu stellen und liefert empirischen Untersuchungen zur Evaluation. Somit besteht ihre Aufgabe nicht in der kinder- und jugendgerechten bzw. publikumswirksamen Aufbereitung eines überlieferten und verordneten Kanons historischen „Allgemeinwissens“. Vielmehr weitet sich ihr Bezugsrahmen auf die Gesamtgesellschaft aus. Zu ihrem Beschäftigungsfeld zählt daher nicht allein der Geschichtsunterricht, sondern die „Geschichtskultur“ im Allgemeinen, die Art und Weise, wie eine Gesellschaft mit Geschichte und Vergangenheit umgeht.

Nicht zuletzt wohl aus diesem Grund ist das Schulfach Geschichte in Österreich mit Politischer Bildung verbunden. Diese hat die Herausbildung des „Citoyen“ zum Ziel, des „mündigen“ Bürgers, der im Stande ist, die gesellschaftlichen Verhältnisse kritisch zu hinterfragen. Dabei trägt er Konflikte auf demokratische Weise aus und leistet damit einen Beitrag zur gesellschaftlichen Fortentwicklung. Der Unterricht in Politischer Bildung soll daher dazu beitragen,  die Schüler/innen zu befähigen, rationales Denken und soziale Intelligenz zu entwickeln, über eigene politische Positionen und jene der anderen zu urteilen sowie politisch partizipieren zu können.Geschichtsdidaktik und Politikdidaktik können sich hier ergänzen, im Idealfall auch sogar synthetisiert werden. Eine moderne, kulturwissenschaftlich orientierte historisch-politische Bildung beschäftigt sich daher mit Identitätsbildung, Sozialisationsprozesse und kollektiven Gedächtnissen, sie betreibt Ideologiekritik und untersucht die individuelle Deutung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Solchen kulturwissenschaftlichen Ansätzen ist die Didaktik der Geschichte und Politischen Bildung an der Paris Lodron Universität sowohl in der Lehre als auch in der Forschung verpflichtet. Zudem wird großer Wert auf Verlassen des „Elfenbeinturms“ gelegt, auf die praktische Umsetzung theoretisch-methodischer Überlegungen. Theorie, Methodik und Praxis bilden eine Einheit.

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