GESCHICHTE

Dieser ab 1604 errichtete Teil der Alten Fürsterzbischöflichen Residenz Wolf Dietrichs von Raitenau (1587-1612) wurde in den letzten Jahrhunderten vielfach, zumeist für Appartements, genutzt und umgebaut. Er ist mit einer Säulenhalle über die verkehrsberuhigte Franziskanergasse (Dombögen, Domplatz) und die Kaiserstiege nach wie vor mit ihr verbunden. Als „Hofbogengebäude“ bezeichnet, wird seine erste Planung dem venezianischen Architekten Vincenzo Scamozzi zugeschrieben. Seine Lage und Gestaltung spielten bei den Erneuerungsplänen des Domes von Santino Solari (1614) eine wesentliche Rolle. Im Rahmen der barocken, fürsterzbischöflichen Prunkentfaltung spielte die Funktion als „porta triumphalis“, als Ende der fürsterzbischöflichen Prozessionen auf der „via triumphalis“, der Prachtstraße der Stadt, eine bedeutsame Rolle.

Seinen Namen erhielt der Wallistrakt vom Ehemann der dort residierenden Schwester von Fürsterzbischof Hieronymus Graf von Colloredo (1772-1812), Maria Franziska verheiratet mit Stephan Olivier Graf Wallis.

Interessante Verwendungen des Wallistrakts sind zB. seine Nutzung als Gusshütte für die von Johann Baptist und Wolfgang Hagenauer errichtete Mariensäule (ca. 1770) am Domplatz oder als Appartement für Kaiser Franz Josef I. (1830-1916).

Als die österreichische Bundesregierung in den 1960er Jahren beschloss, die 1810 aufgelöste Universität Salzburg im Bereich der Altstadt neu zu gründen, war der Wallistrakt das erste Gebäude, das für sie umgebaut wurde. 1964 /65 wurde das um einen kleinen Innenhof gruppierte Ensemble fast vollständig abgetragen und neu errichtet; daher sind nur wenige historische Innenräume erhalten, zB. die zweigeschossige Halle mit einer toskanischen Mittelsäule aus der Domsakristei des Konradinischen Doms, die heute als Bibliothek genutzt wird. Die beiden, bei diesem Umbau gefundenen römischen Mosaike aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. wurden auf dem Fußboden der Arkaden –leider ungeschützt– angebracht.

Als 2003 die Errichtung eines neuen Gebäudes für Teile der Kultur-und Gesellschafts-wissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg (Projekt „Unipark Nonntal“, fertig gestellt 2011) politisch paktiert wurde, machte dies komplizierte Grundtäusche nötig, von denen auch der bis dahin im Eigentum der Republik Österreich (bis 2001, dann Bundesimmobilien GmbH) stehende Wallistrakt betroffen war: die an ihn angrenzende Erzabtei St. Peter wurde seine neue Eigentümerin, die Universität Salzburg bleibt Mieterin; untergebracht sind die Philosophischen Fachbereiche der Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät und der Katholisch-Theologischen Fakultät.  


DOMQUARTIER / MUSEUMSRUNDGANG

Ein neuer Rundgang, das DomQuartier, ist ein zentraler Teil des 2006 von bogner.cc im Auftrag des Landes Salzburg unter Museumsreferent LH (Stellv.) Dr. Wilfried Haslauer entwickelten Museumsleitplans. „Unter dem Titel „Himmel und Erde in einer Hand“ entsteht im Herzen Salzburgs ein Gesamterlebnis europäischer Dimension. Durch Zusammenschluss der prunkvollen Schauräume der Residenz, der exquisiten Sammlungen der Residenzgalerie, der kirchlichen Schätze des Dommuseums und der bisher nicht zugänglichen Bestände des Stifts St. Peter wird ein einzigartiger Rundgang im Inneren der den Salzburger Domplatz formenden Gebäude geschaffen, mit wunderbaren Einblicken in den Dom und den Chor der Franziskanerkirche sowie Ausblicken auf die Stadt und ihre Umgebung."


Ermöglicht wurde die Realisierung durch die Bereitschaft des Rektors der Universität Salzburg, Univ. Prof. Dr. Heinrich Schmidinger, das für den Rundgang benötigte Stockwerk im Wallistrakt seitens der Universität aufzugeben und dafür einen Hörsaal und einen Seminarraum im Dachgeschoss der Dombögen zu akzeptieren. Komplizierte Vertragsverhandlungen seitens vieler Beteiligter waren erforderlich, bis schließlich auch im Wallistrakt im August 2012 zu bauen begonnen werden konnte – bei laufendem Universitätsbetrieb, wofür den vielen Betroffenen im Haus gar nicht genug gedankt werden kann! Im Sommersemester 2014 konnte der Vorlesungsbetrieb in den neuen Räumen plangemäß aufgenommen werden. 

UMTRUNK auf Einladung von Rektor Heinrich Schmidinger am 04. März 2014 anlässlich der Übernahme der neuen Lehrräume.

Foyer Wallistrakt © Gruber/Haigermoser
Foyer Wallistrakt © Gruber/Haigermoser
HS 301 © Gruber/Haigermoser

v.l.n.r.: Vizerektorin Univ.-Prof. Ferreira-Briza Fatima, P. Michael Köck OSB (Stift St. Peter), Architektin Dipl.Ing. Heide Mühlfellner, Dekanin Univ.-Prof. Paus-Hasebrink Ingrid, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Rektor Univ.-Prof. Heinrich Schmidinger, Mag. Heinz Permanschlager (Land Salzburg), Dipl.Ing. Josef Leitner (Land Salzburg)

Mitte Mai 2014 wurde das DomQuartier feierlich und mit einem Tag der Offenen Tür seiner Bestimmung übergeben.Die ununterbrochene Verbindung zwischen den Prunkräumen der Alten Residenz, der Residenzgalerie, des nördlichen Domoratoriums mit dem Schwerpunkt Barock und der Sammlung Rossacher, dem Dommuseum, der Kunst- und Wunderkammer, dem Langen Gang mit der Gemäldegalerie und dem neu geschaffenen Museum des Stiftes St. Peter im Wallistrakt ist geschaffen.      

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    Am 27. 4. verstarb Ass. Prof. i. R. Dr. Reinhard Rublack. Reinhard Rublack kam noch in der Pionierphase der Universität Salzburg als absolvierter Theologe (Studium u. a. bei Rudolf Bultmann) mit Professor Rudolf Gönner aus Saarbrücken an das (damalige) Institut für Pädagogik. Bereits 1970 vollendete er sein Zweitstudium mit der interdisziplinär angelegten geisteswissenschaftlichen Dissertation über „Die bildungspolitische Tendenz des ‚Salzburger Intelligenzblattes‘ 1784 – 1806.“
    Die Universitätsbibliothek Salzburg, die in vielen Aktionen die Initiative PLUS Green Campus unterstützt, hat in der Hauptbibliothek (2. Stock, Lesesaalfoyer) und der Fachbibliothek UNIPARK eine Sammlung mit Büchern zu Umweltschutz, Natur und Nachhaltigkeit bereitgestellt.
    Im Herbst vergangenen Jahres hat unsere Universität das Audit "hochschuleundfamilie" durchlaufen. Im Jänner wurden wir von der Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend, Dr. Juliane Bogner-Strauß, als familienfreundliche Hochschule ausgezeichnet.
    In Kooperation mit der Universität Freiburg bringt die Universität Salzburg für die bevorstehende Europawahl erstmals die digitale Wahlhilfe "WahlSwiper" nach Österreich.
    Der Kurt-Zopf-Förderpreis 2018 wurde gestern Mittwoch, dem 24. April 2019 an den Pflanzenökologen Stefan Dötterl, den Schlafforscher Manuel Schabus und an den Mathematiker Wolfgang Trutschnig vergeben. Die Salzburger Wissenschaftler erhalten für herausragende Publikationen jeweils 5.000,- Euro Preisgeld.
    Dank einer großzügigen Hinterlassenschaft seitens Herrn Kurt Zopf schreibt die Universität Salzburg den mit 10.000,-- Euro dotierten Kurt-Zopf-Förderpreis für habilitierte Angehörige von Organisationseinheiten der Universität, welche die Fachgebiete Geistes-, Kultur- und/oder Sozialwissenschaft, Rechtswissenschaft oder Theologie umfassen, aus.
    Mit Alexandra Föderl Schmid, Israel-Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung, und Marko Feingold, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, anlässlich seines 106. Geburtstags.
    Was ist ein gelungenes Leben? Die Begegnung mit der tot geglaubten, unkonventionellen Großmutter, die in einem verborgenen Haus mitten im Wald lebt, bringt einer jungen Frau unerwartete Erkenntnisse, die ihr Leben auf den Kopf stellen. (Picus Verlag)
    Es ist wieder so weit, am 29. Mai 2019 findet das Konzert des Universitätsorchesters für dieses Semester statt. Wir freuen uns auf Sie und ein tolles Programm!
    22. MAI: Marco RISPOLI (Padua): Zwischen Öffentlichkeit und Intimität: HEINES Federkriege // 29. MAI: Dirk ROSE (Innsbruck): „Ich bin Dynamit“ - NIETZSCHE als Polemiker // ÖFFENTLICHE RINGVORLESUNG // 6. März bis 26. Juni 2019, jeweils am Mittwoch um 18.00-19.30h im Unipark Nonntal // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik
    Gastvortrag Alte Geschichte, Altertumskunde und Mykenologie, Eine Stadt voller Stelen. Die Topographie der athenischen Inschriften, Dr. Irene Berti Pädagogische Hochschule Heidelberg, Montag, 3. Juni 2019, 18.30 Uhr s.t. Residenzplatz 1/4, SR. 1.42
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    06.06. Katharina PRAGER: Der Zeitkämpfer KARL KRAUS – polemische und satirische Praktiken in der Ersten Republik // 12.06. Uta DEGNER: Literatur als „Kampfgas“. Polemik als produktives Prinzip bei ELFRIEDE JELINEK // 19.06. Daniel FULDA: Polemik im Dienst der guten Sache? ROBERT MENASSES Hallstein-Zitate und der Streit über die europäische Einigung // 26.06. Herwig GOTTWALD: Der Kampf um die Gesinnungsästhetik. CHRISTA WOLF und der deutsch-deutsche Literaturaturstreit
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